Erfolgreiches Lernen kann nur in einem gewaltfreien, durch gegenseitige Akzeptanz und Anerkennung geprägten Klima gewährleistet werden. Nicht nur kognitive Fähigkeiten beeinflussen den schulischen Lernerfolg, auch soziale Gegebenheiten in der Schule spielen dabei eine bedeutende Rolle. Wenn soziales Lernen gefördert, die Kommunikation verbessert und Konflikte konstruktiv bearbeitet werden, so wirkt sich dies unmittelbar auf die Lernerfolge der Kinder und Jugendlichen aus. Gewaltprävention ist somit nicht nur normativ begründet, sondern auch aus pädagogischer und lernpsychologischer Sicht unabdingbar.
In der Schule lernen Kinder und Jugendliche, wie die Schule mit Gewalt umgeht, welche Arten von Gewalt dort toleriert oder akzeptiert werden und welche Präventions- und Interventionsstrategien angewendet werden.
Stark ohne Gewalt hat ein Programm zur Gewaltprävention konzipiert, welches Grund- und Oberschulen dabei unterstützt, die für eine gewaltfreie Schule notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen und sowohl Lehrkräfte als auch Schülerschaft und Eltern zur Umsetzung des Programms befähigen.
Das Gewaltpräventionsprogramm von Stark ohne Gewalt umfasst drei Ebenen: Lehrkräfte – Schülerschaft – Eltern.
Lehrkräfte: Gewaltprävention muss primär durch die Schule selbst und durch die in der Schule tätigen Personen umgesetzt werden. Stark ohne Gewalt bietet die Möglichkeit einer Lehrerfortbildung, in der ein Grundwissen zur schulischen Gewaltprävention sowohl auf theoretischer als auch auf praktischer Ebene vermittelt wird.
Schülerschaft: Wesentliches Ziel ist Gewaltprävention durch Aufklärung und Wissensvermittlung.
Auch die Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen, sowie die Stärkung des Selbstwertgefühls der Kinder und Jugendlichen tragen zur Gewaltprävention bei.
Das Projekt widmet sich in erster Linie der primären Prävention. Diese dient der Vorbeugung abweichenden Verhaltens in normalen Interaktionsfeldern und in Institutionen wie Familie, Schule, Arbeit oder Freizeit. Es handelt sich hierbei also nicht um ein Interventionsangebot.
Die Schülerinnen und Schüler erlernen unter anderem sinnvolles Hilfsverhalten in Gewaltsituationen und Handlungsmöglichkeiten, mit denen sich Gewalteskalationen vermeiden bzw. entschärfen lassen.
In den Antigewaltveranstaltungen erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass Gesetze gesellschaftliche Spielregeln darstellen, die den Erhalt einer Werteordnung gewährleisten. Sie erkennen sich und andere als Inhaber von Rechten, die es zu respektieren gilt. Diese Normakzeptanz ist eng mit einer Stärkung des Rechtsbewusstseins verbunden.
Das Curriculum ist modular aufgebaut und kann nach Bedarf flexibel in Anspruch genommen werden. D.h. es können auch Einzelmodule gebucht werden. Idealerweise durchläuft jede/r Spandauer Schüler/in das gesamte Curriculum (5.-9. Jahrgang). Der Aufbau des Gesamtmoduls sieht wie folgt aus:
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Jahrgang
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Themenschwerpunkt
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5
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Gewalt: Formen und Ursachen von Gewalt, Verhalten in Gewaltsituationen
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6
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Mobbing
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7
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Jugendtypische Delikte, Strafmündigkeit, Strafverfahren, Waffenbesitz
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8
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Medienkompetenz - Prävention von Cyber Mobbing
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9
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Suchtmittel und Gewalt
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Jedes Modul besteht aus einer Erstveranstaltung, in der eine Einführung in das entsprechende Thema gegeben wird. Nach 6-8 Wochen findet eine Folgeveranstaltung statt, in der das Wissen verfestigt wird um Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

Eltern: Stark ohne Gewalt in einer Informationsveranstaltung erhalten Eltern eine Einführung in das Thema schulische Gewaltprävention. Themenschwerpunkte dabei sind die Rolle der Eltern in der schulischen Gewaltprävention sowie die Umsetzung zu Hause.
Die Konzepte wurden in Zusammenarbeit mit dem Abschnitt 21 der Berliner Polizei entwickelt.
Stark ohne Gewalt wird seit Oktober 2009 als Modellprojekt der "Sozialen Stadt" gefördert.