Die Zunahme brutaler und gewalttätiger Übergriffe auf unschuldige Zufallsopfer in der Berliner U-Bahn erfordert den Ausbau präventiver Maßnahmen zur Konflikt- und Gewaltvermeidung. Sowohl der Übergriff auf zwei 30-jährige Handwerker am U-Bahnhof Lichtenberg als auch der Angriff auf einen Obdachlosen im U-Bahnhof Hansaplatz sorgten in der gesamten Stadt für Entsetzen.
Das Team von Stark ohne Gewalt möchte diese Angriffe nicht tatenlos hinnehmen. Um einen Beitrag zur Gewaltprävention in der Berliner Öffentlichkeit zu leisten, haben wir vor, Stark ohne Gewalt On Tour auf die Berliner U-Bahn zu erweitern. Ziel der Aktion ist es, auf die Problematik aufmerksam zu machen und die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren.
Das Team von Stark ohne Gewalt geht gemeinsam mit Mitarbeitern der BVG und der Berliner Polizei in die U-Bahn und suchen das Gespräch mit den (jugendlichen) Fahrgästen. Dabei dienen die Jugendlichen von Stark ohne Gewalt als „Türöffner“, weil ihnen der Zugang zu anderen jungen Menschen leichter fällt. Gleicher Erfahrungshorizont, ähnliche Probleme und Interessen bilden die Basis für Gemeinsamkeiten. In Gesprächen wird den Fahrgästen der hohe Stellenwert respektvollen Umgangs miteinander verdeutlicht. Die Fahrgäste der Berliner U-Bahn werden über die Möglichkeiten der Zivilcourage informiert; Handlungsalternativen in Gewaltvorfällen werden aufgezeigt und das Prinzip der unterlassenen Hilfeleistung erklärt. Letztendlich geht es auch um eine gewisse Form der Wertevermittlung.
Zum anderen wird damit auch deutlich, dass sich die Bürgerinnen und Bürger vor Ort gegen gewalttätige Auseinandersetzungen aussprechen. Jugendliche setzen ein Zeichen gegen Gewalt und distanzieren sich öffentlich von ihren gewaltbereiten Altersgenossen.
Am 06.04.2011 hat zusammen mit der Berliner Polizei und der BVG ein entsprechender Pilotlauf stattgefunden. Da alle Beteiligten hellauf begeistert waren, wird das Team von Stark ohne Gewalt im Rahmen eines Schnuppertages eine Einführung in die Berliner U-Bahn erhalten und nach den Osterferien regelmäßig in der U-Bahnlinie 7 Präsenz zeigen.
